Warum kostet das so viel?

Infos zu meiner Preisgestaltung

Veröffentlicht am: 22. Oktober 2016

Kategorie: Persönlich

Autor: Alex

So ziemlich jeder professionell arbeitende Fotograf kennt diese Themen. Viele Kollegen haben schon darüber berichtet aber es gibt sie immer wieder…

DIE ANFRAGEN
  • warum kostet ein Shooting bei dir so viel
  • andere machen es doch viel billiger
  • bei dem anderen Fotografen konnte ich die Bilder gleich nach dem Shooting mitnehmen…

So viel erstmal zur Einleitung. Während des Schreibens habe ich bemerkt, dass die Themen doch etwas zu umfangreich sind um sie alle nur kurz in einem Blogpost anzureißen. Daher habe ich entschieden den Beitrag zu splitten, und hier nur die oben fett markierten Themen zu behandeln.

Nun will ich euch diese Themen also mal aus meiner Sicht erklären.

Gute Fotos von sich zu haben ist Luxus und sollte auch so bezahlt werden!

Fangen wir doch mal direkt mit den Kosten an. Da ich dieses Gewerbe offiziell und ordentlich betreibe habe ich natürlich auch fixe Kosten, die erst mal gedeckt werden müssen. Dazu gehört zum Beispiel der jährliche Beitrag zur Handwerkskammer. Da ich nur eine bestimmte Anzahl von Stunden im Jahr arbeite fällt der Beitrag zur Unfallversicherung der Berufsgenossenschaft erstmal noch weg, was sich aber auch irgendwann ändern kann, sobald ich mehr arbeite als der Grenzwert vorgibt. Dazu kommen die laufenden Kosten für die Website, die Onlinegalerie, die Buchhaltung, Steuerberater, Werbemittel, die Bildbearbeitungssoftware, der Rechner zuhause und das Fotoequipment (was ja in der Regel alles nicht ganz billig ist wenn man auf Qualität achtet). Ab und an müssen dann mal Verschleißteile ersetzt werden oder Kamera und Objektiv müssen zum Service an den Hersteller (Reinigung des Bildsensors oder kleinere Reparaturen).

Wenn man gewerblich Bilder macht kann man sich ja vorstellen, dass sich da einiges an Daten ansammelt. Dies liegt ja nicht nur auf der normalen PC Festplatte, sondern wird noch 1-2x extern gesichert. Dies bedeutet ständig Neuanschaffung von externen Festplatten. Der Fiskus will natürlich auch noch seinen Teil vom Kuchen in Form von Einkommenssteuer haben. Als Kleinunternehmer bin ich derzeit von der Umsatzsteuer befreit, aber dies kann sich ja auch irgendwann mal ändern. Die Umsatzsteuer käme also noch dazu. Ein sehr wichtiger Posten der noch aufgeführt werden muss ist die Arbeitszeit.

Wer steckt gerne mehrere Stunden Arbeit in ein Projekt ohne dafür ordentlich bezahlt zu werden?

Die Arbeitszeit teilt sich dann nochmal in verschiedene Abschnitte ein. In der Vorplanung führe ich Gespräche über den Ablauf des Shootings und schreibe ein Angebot in dem alles genau erklärt ist. Ich mache mir Gedanken wie wir deine Vorstellungen umsetzen können. Ich bereite die Ausrüstung vor um für alle möglichen Eventualitäten gerüstet zu sein. Dann kommt der Teil des tatsächlichen Shootings. Verbunden mit meiner Anfahrt achte ich dann auch nicht auf jede Minute die wir überziehen. Wenn ein 1 Stunden Shooting ausgemacht war, sag ich auch nichts wenn wir 15 Minuten länger machen. Danach wird meistens noch gequatscht und ich erkläre bei der Gelegenheit den weiteren Ablauf. Nachdem alles Wichtige geklärt ist fahre ich nach Hause und sichere die Daten. Nichts wäre ärgerlicher als der Verlust der Bilder nach dem Shooting.

Jetzt fängt für mich ein sehr großer Teil der Arbeit erst richtig an.

  • erneute Sicherungskopie der Daten
  • Import in meinen Lightroom Bilderkatalog
  • Sichtung jedes einzelnen Bildes / Aussortieren
  • Grundentwicklung (Farbwerte, Belichtung, Ausschnitt anpassen)
  • Upload der verkleinerten Bilder in die Onlinegalerie zur Ansicht und Auswahl für den Kunden
  • Kommunikation mit dem Kunden wegen der Finalen Auswahl
  • Finale Retusche der ausgewählten Bilder in Photoshop(in manchen Fällen bis zu 120 Minuten pro Bild)
  • Anpassung des fertigen Bildes für den Druck
  • Bestellung der Bilder
  • Erstellung einer passwortgeschützten Landingpage auf meiner Website mit der Möglichkeit die fertigen Bilder herunterzuladen.
  • Verpacken der fertigen gedruckten Fotos
  • Erstellung der Rechnung
  • Auslieferung an den Kunden

In meinem kalkulierten Endpreis kommen also wie du nun weißt mehrere Faktoren zusammen. Bist du jetzt immer noch der Meinung ich verlange zu viel Geld? Ich investiere viel Zeit und Herzblut in meine Bilder und biete dabei noch einen sehr guten Service für den Kunden. Ich optimiere jedes Bild einzeln und klatsche nicht einfach einen Filter drüber. Dies braucht eben Zeit, dafür bekommst du aber auch ein absolutes Unikat.

Motivation ist der Motor der mich antreibt über mich hinauszuwachsen!

Ein sehr wichtiger Punkt bei der Arbeit und der ordentlichen Bezahlung ist auch die Motivation. Wie motiviert wärst du bei der Arbeit wenn du dabei sagen wir mal nur 1 Euro pro Stunde verdienen würdest? Würde dich das antreiben eine gute Leistung abzuliefern? Ich glaube nicht!

Warum manche Fotografen in der Lage sind für ein 2 Stunden Shooting 30 Euro zu verlangen und dabei dann noch alle Bilder auf CD herauszugeben kann ich dir nicht erklären. Dann sollen sie es lieber komplett kostenlos machen. Das ist weder kostendeckend gearbeitet, noch hat man sich sonderlich viel Mühe mit der Entwicklung gegeben und wahrscheinlich nicht mal ordentlich Steuern dafür bezahlt.

Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

Wie du an dem obigen Ablauf erkennen kannst, dürfte es sicherlich nun klar sein, wieso es auch eine gewisse Zeit dauert, bis die Bilder ausgeliefert werden. Also brauche ich auf diesen Punkt wohl nicht nochmal näher einzugehen.

Fazit:

Du kaufst bei mir ein Luxusprodukt, keine Brötchen, und es hat seine Gründe, wieso es diesen Preis hat. Du gehst ja auch nicht zu Audi, willst einen R8 und sagst Hyundai bietet doch aber auch Autos für unter 10.000 Euro an.

Einfach mal drüber nachdenken.

Hier gehts zu zweiten Teil: Link

Dein Alex

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