Makrofotografie mit dem Retroadapter

Ich habe vor längerer Zeit mal eine .pdf Datei bei Facebook veröffentlicht, in der ich die Arbeitsweise mit dem Retroadapter etwas näher erläutert habe. Dies möchte ich natürlich jetzt auch als Blogbeitrag in meinem Archiv ablegen um die Vorgehensweise jedem den es interessiert immer zugänglich zu machen. Am Schluss kannst du einige Bilder sehen, die ich mit der Kombination erstellt habe.

Soviel erst mal zur Einleitung.

Die Makrofotografie ist ja ein weit gefächertes Thema, welches viele Möglichkeiten bietet. Gerade Anfänger sind oft fasziniert von Makroaufnahmen und wollen diese selbst herstellen. Bei mir war es ehrlich gesagt nicht anders. Es mussten primär Pflanzen und Landschaften herhalten, da ich mich absolut nicht an Personen herangewagt habe. Nun… mit dem Kitobjektiv kommt man recht schnell an die Grenzen den machbaren und wird schnell unzufrieden, da die Ergebnisse nicht so aussehen wie man sich das vorstellt, bzw. bei den anderen gesehen hat. Jetzt hat man mehrere Möglichkeiten.

  • Man hat genügend finanziellen Spielraum, braucht sich keine Gedanken ums Geld zu machen und kauft sich deswegen eine neue Makrolinse (wo man auch über kurz oder lang nicht vorbeikommen wird. Vor allem wenn man es intensiver betreiben möchte)
  • Man kommt günstig an gebrauchte alte Linsen, bzw. kann sich eine bei Bekannten oder Verwandten leihen
  • Man nutzt Zwischenringe (Kostenpunkt um die 60 Euro)
  • Man nutzt einen Balgen (Kostenpunkt ca. 80 Euro)
  • Man nutzt Makro Nahlinsen (zwischen 20 und 100 Euro alles möglich)
  • Oder man greift zur günstigsten Alternative, dem Retroadapter

Hierzu hast du ja eigentlich schon fast alles zuhause was du brauchst. Das einzige, das du noch bestellen musst ist so ein Retroadapter. Was ist das jetzt eigentlich, so ein Retroadapter?
Die Frage ist recht schnell beantwortet… Es ist ein Ring aus Metall, der einerseits auf das Filtergewinde des Objektivs geschraubt wird und andererseits auf die Kamera. Dies hat den Zweck das Objektiv falsch herum… ja, du hast richtig gelesen: FALSCH HERUM an die Kamera zu montieren. Die Testkombination, die ich verwendet habe war eine Nikon D5100 mit dem Nikkor AF-S 18-55mm 1:3,5-5,6G. Also eine gute Einsteigerkamera. Eines sollte gleich zu Anfang noch erwähnt werden. Wenn das Objektiv umgekehrt an der Kamera befestigt wird, funktionieren selbstverständlich sämtliche Automatikfunktionen nicht. Also Autofokus, Belichtungsmessung ect. sind ohne Funktion. Ok, dann wollen wir mal nicht lange rumquatschen und endlich anfangen.

Der Retroadapter den ich nutze, besteht aus Aluminium, ist passgenau und recht hochwertig gefertigt. Das Objektiv hat einen Filterdurchmesser von 52mm, also musste ich darauf achten einen Adapter mit Nikon Bajonett und 52mm Gewinde zu bestellen. Foto Morgen bietet diesen Adapter zum Preis von 9,99€ plus 3,90€ Versand an. Bei Ebay, Amazon und anderen Onlinehändlern bekommt man diesen aber auch zu unterschiedlichsten Preisen. Ich habe mich aber dafür entschieden bei einem renommierten Händler zu bestellen, bei dem ich gute Qualität bekomme. Den Rest des Textes werde ich wie eine kleine Anleitung schreiben wie du am besten vorgehst. Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Sollte also bei dir auch funktionieren.

 

Adapter wird nun auf das Filtergewinde des Objektivs geschraubt. Aber bitte vorsichtig wie mit Filtern auch! Das Gewinde des Objektivs ist aus Kunststoff und kann durch unsachgemäßes Eindrehen beschädigt werden. Auf dem Bild könnt ihr sehen wie es dann aussieht. Der Ring ist nun am ODer bjektiv befestigt. Im Prinzip ist jetzt alles bereit um an der Kamera befestigt zu werden. Schauen wir doch erstmal die Konstruktion an um sie später besser bedienen zu können.

 

Auf der originalen Bajonett Seite hast du einen kleinen Metallhebel, der die Blendenöffnung steuert. Diesen solltest du durch schieben öffnen, da die Blende sonst komplett geschlossen bleibt und deine Fotos, wenn nicht genügend Licht da ist, komplett schwarz werden. Ich nutze dazu einfach ein kleines Stück von einem Kabelbinder mit dem ich den Hebel verklemme. Achte aber darauf, dass dein Utensil nicht zu klein ist und in das Objektiv fällt. Dadurch kann ein Schaden entstehen, der nicht so leicht zu beheben ist.

 

Dann schließen wir endlich mal das Objektiv an die Kamera an, und sehen was uns erwartet.

 

 
Durch Verstellen des Kabelbinders hast du nun eine Möglichkeit die Blendenöffnung manuell zu steuern. Je weiter ihr die Blende öffnet um so weniger Licht brauchst du für deine Aufnahme, aber auch die Tiefenschärfe wird dadurch beeinträchtigt. Wenn du nicht gerade mit Stacking arbeitest oder einen extrem kleinen Schärfebereich von ein paar Millimetern haben willst, empfiehlt es sie die Blende nur ungefähr halb zu öffnen.

 

So sollte das Objektiv dann an der Kamera aussehen.
[themify_box style=“light-blue comment“]Es ist natürlich auch wichtig zu erwähnen, dass sämtliche Automatikfunktionen des Objektivs nun nicht mehr funktionieren, da die Kamera keinen elektrischen Kontakt zum Objektiv hat. Du musst Blende (mit Kabelbinder) und Fokus manuell regeln. Du hast nur noch Einfluss auf die Verschlusszeit an der Kamera.[/themify_box]
  Nun musst du für die richtige Beleuchtung sorgen. Entweder du nutzt einen Aufsteckblitz, den du entfesselt auslöst, so wie ich es in meinem Beispiel gemacht habe, oder du benutzt sehr helles Sonnenlicht oder eine starke Lampe.

 

Jetzt heißt es herumexperimentieren. Da du das Objektiv ja falsch herum montiert hast, musst du auch bei den Brennweiten „falsch herum“ denken. Du hast die weitwinkeligste Optik nun nicht mehr bei 18, sondern bei 55 mm. Stelle nun deinen Fokus ein, indem du am Objektiv drehst (wie beim manuellen fokussieren). Ich benutze dabei immer den Live View, da man diesen auch schön mit der Lupentaste vergrößern kann. Der Fokuspunkt lässt sich so genauer festlegen. Wenn noch kleine Anpassungen bei der Schärfe zu machen sind ist es einfacher die komplette Kamera per Hand etwas vor und zurück zu bewegen, damit man sich den Bildausschnitt nicht versehentlich wegdreht. Nun brauchst du nur noch abdrücken und fertig ist das Bild!

Teste verschiedene Belichtungszeiten, verschiedene Lichtpositionen und du kannst sehr günstig mit der Hardware, die du schon hast einen Blick in die Makrofotografie werfen.

Wenn dir diese zusagt, hast du ja immer noch die Möglichkeit, dir ein Makroobjektiv für mehrere hundert Euro zuzulegen.

[themify_box style=“orange announcement“]Der Vollständigkeit halber muss ich leider erwähnen, dass ich keinerlei Haftung für Schäden übernehme, die du durch unsachgemäße Handhabung deiner Geräte verursachst.[/themify_box]

Ich wünsche dir nun viel Spaß beim experimentieren und freue mich schon auf schöne Fotos von dir!

Bis demnächst!

Dein Alex

Wie Versprochen hier noch einige Beispielbilder, die ich mit dem Vorsatz gemacht habe:

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