Herausgabe unbearbeiteter Bilder

Und warum es das bei mir nicht gibt

Veröffentlicht am: 25. Oktober 2016

Kategorie: Persönlich

Autor: Alex

Hier also nun der zweite Teil des Blogeintrags. Wer den ersten noch nicht gelesen hat, kann dies gerne hier nachholen. Dort ging es um die Preisgestaltung, die Kosten und den Arbeitsaufwand des Fotografen.

DIE ANFRAGEN
  • die Herausgabe von unbearbeiteten Bildern
  • Bildauswahl
  • bekomme ich alle Bilder auf CD

Heute geht es also hauptsächlich um die Auswahl und die Übergabe der Bilder an meine Kunden.

Hierzu muss ich allerdings sagen, dass ich hauptsächlich im Privatkundenbereich fotografiere. Hier kann der Endkunde oftmals sowieso nichts mit den Rohdaten anfangen.

Der Kunde ist bei mir König…

…und ich bin bereit, sehr viel für ihn zu tun. Es ist bei mir allerdings ein No Go unbearbeitete Bilder herauszugeben. Raw Dateien, so wie sie aus der Kamera kommen entsprechen bei Weitem nicht dem, was der Kunde am Ende von mir erhält, bzw. was er aus Printmedien oder dem Internet kennt. Die Bilder sind flau, kontrastarm, die Farben entsprechen nicht im Entferntesten dem Endresultat.

Über die Jahre entwickelt sich beim Fotografen ein gewisser Bildstil oder Look, so dass die Bilder meist unverkennbar ihm zuzuordnen sind. Es entwickelt sich ein sogenannter Workflow, bei dem von der Art der Fotografie bis zur Übergabe der fertigen Bilder alles ineinander greift. Wir erschaffen eine Bildidee und wissen schon genau wie das Rohmaterial auszusehen hat, damit wir am Ende zu dem Ergebnis kommen, das wir uns vorstellen. Da kann es schon mal sein, dass man extrem dunkel fotografiert, oder man bestimmte Elemente ins Bild einbaut, die man später weiterverarbeitet. Diese wirken auf dem Rohmaterial manchmal sogar befremdlich und fehl am Platz. Aber sie haben ihre Berechtigung.

Ich bin zwar in diesem Augenblick Dienstleister für den Kunden. Ein klein wenig Künstler steckt aber trotzdem in mir und im Prinzip werde ich ja auch vom Kunden gebucht, weil er oft vorher schon Bilder von mir gesehen hat und ihm diese gefallen haben. Wieso soll ich ihn also enttäuschen und Bilder ausliefern, die er so nicht erwartet hat? Immerhin steht mein Name in Verbindung mit dem Bild und ich möchte einfach nicht, dass in der Öffentlichkeit Bilder von mir auftauchen, die nicht meinen Vorstellungen und meinem Qualitätsanspruch entsprechen. Der Kunde weiß im Vorfeld genau was er bekommt, wenn er mich bucht.

Ich kann ja auch nicht zum Bäcker gehen, er packt meine Bestellung in die Tüte, ich bezahle und sage dann hinterher… „ach… packen sie doch noch 10 von den Brötchen und 15 von denen rein. Die sind ja im selben Ofen gebacken worden.“ Wer käme denn auf so eine Idee? Wenn ich noch ein zusätzliches Brötchen möchte, muss ich natürlich auch noch eins bezahlen. Dieses bekomme ich dann auch fertig gebacken und nicht als rohen Teigling oder als Backmischung zum selbst fertig machen.

Bei Fotografen scheinen solche Fragen allerdings oft in der täglichen Arbeit aufzutauchen. Berichte und Statements gibt es massig dazu.

Es gibt Fotografen denen macht das nichts aus. Sie geben gerne alle Dateien auf CD raus. Meinen Standpunkt habe ich hier nun klar gestellt und hoffe in Zukunft auch weniger dieser Fragen zu bekommen. Wichtig ist für alle Fotografen Kollegen nur eins:

Verhaltet euch stets professionell und transparent euren Kunden gegenüber!

Redet vorher über die Rahmenbedingungen und haltet alles am Besten schriftlich fest. Scheut euch aber auch nicht eure Meinung und Entscheidungen zu vertreten und legt eure Erklärung bei Bedarf auch für den Kunden verständlich und nachvollziehbar dar.

Bei der Bildauswahl nach einem Shooting reduziere ich auch radikal die Menge an Bildern, die ich dem Kunden zur Auswahl vorlege. Dies hat eigentlich zwei Hauptgründe:

  1. sind die meisten Kunden überfordert aus 100 oder mehr Bildern ihre 3-7 bestellten auszuwählen
  2. bringt es ja auch nicht wirklich viel 5 mal das gleiche Bild zu zeigen, weil ich zur Sicherheit mehrmals ausgelöst habe. Lieber biete ich abwechslungsreiche Vielfalt.

Ich sortiere von vornherein schon mal Bilder aus die nichts geworden sind (Belichtung zu grob daneben, Fokus daneben, oder Bild einfach Mist). Dann suche ich aus den Sets die meiner Meinung nach besten Bilder aus. Diese werden dann leicht angepasst um dem Kunden eine Vorstellung zu geben, in welche Richtung es gehen wird. Am Ende bekommt er zwischen 30 und 50 Bilder gezeigt aus denen er wählen kann. Ich denke das ist dann wesentlich überschaubarer und der Kunde hat es leichter.

Die Kombination aus Beidem ist dann auch der Grund, weshalb ich nicht alle Bilder herausgebe. Die Bearbeitung würde Unmengen an Zeit in Anspruch nehmen, die wohl keiner bereit wäre zu zahlen (und unbearbeitete Bilder gebe ich ja nicht heraus). Die Qualität mancher Bilder lässt es auch einfach nicht zu, sie zu zeigen. Datenträger wie CD oder USB Stick kommen für meine Belange eigentlich nur in Ausnahmefällen in Frage, da ich nicht so große Mengen an Bildern ausliefere. Ich biete die Bilder auf einer persönlich gestalteten, passwortgeschützten Landing Page auf meiner Website dem Kunden an. Dort kann er sie sich herunterladen. Die Prints bekommt er dann persönlich übergeben oder per Post zugestellt.

Ich versuche mein Business professionell zu führen und kommuniziere dem Kunden so einfach und verständlich wie möglich meinen Standpunkt. Kommunikation ist eben ein sehr wichtiger Part uns sollte gewissenhaft, transparent und ehrlich geführt werden.

Wenn der Kunde es versteht super, wenn nicht, ist das dann halt so. Dann passt der Kunde eben nicht zu einem. Er wird einen Fotografen finden, der auf seine Wünsche eingeht. Da bin ich mir sicher.

Bis dann!

Dein Alex

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